Sie sind hier

Share page with AddThis
21.08.2019

Selbstvermessung und digitale Selbstbestimmung

BMBF fördert Methoden und Technologien für einen souveränen Umgang mit der Datenpreisgabe bei Selbstvermessung

Stichtag:
 18.10.2019

Ungefähr ein Drittel der Bundesbürgerinnen und Bundesbürger nutzt bereits spezielle Geräte und Dienste, um ihren Körper und damit ihre Gesundheitsdaten selbst zu vermessen. Mit der Selbstvermessung sind jedoch besondere Herausforderungen verbunden. Zum einen steigt für die Nutzer der Selbstvermessung das Risiko eines ungewünschten Eingriffs in ihre Privatsphäre, da sensible private Daten erhoben und weitergegeben werden können. Zum anderen können sich zunehmend auch Auswirkungen auf unbeteiligte Personen ergeben, die keine Informationen über sich preisgegeben haben. Diese Personen können beispielsweise finanzielle Nachteile erfahren, falls die Datenerhebung integraler Bestandteil von Rabatt- und Bonussystemen ist.

Vor diesem Hintergrund ist es notwendig, einen Ausgleich zwischen gesundheitsbezogenem Nutzen, wirtschaftlicher Verwertung und individuellen sowie gesellschaftlichen Datenschutzinteressen zu schaffen. Dafür müssen Möglich­keiten des technikgestützten Datenschutzes untersucht und weiterentwickelt werden, beispielsweise Technologien aus dem Bereich der Anonymisierung oder der sicheren Veröffentlichung von Daten.

Gegenstand der Förderung ist deshalb die Erforschung und Entwicklung von Methoden und Technologien sowie die Analyse gesellschaftlicher Rahmenbedingungen, um die Datenpreisgabe im Rahmen der Selbstvermessung besser zu verstehen und Instrumente für einen verantwortlichen und souveränen Umgang damit schaffen zu können. Projektskizzen können unter anderem die folgenden Aspekte adressieren:

  • Anhand von Anwendungsfällen ist zu untersuchen, wie Gesundheitsdaten erhoben und genutzt werden können, ohne einen Druck zur Datenpreisgabe zu erzeugen.
  • Zu erforschen und zu demonstrieren sind Technologien und Methoden, die einen verantwortlichen Umgang mit Daten sicherstellen können, wie beispielsweise Verfahren zur Anonymisierung und zur privatheitsfreundlichen ­Datenauswertung.
  • Im Hinblick auf die Bearbeitung der oben genannten Fragestellungen kann das Phänomen der Selbstvermessung im Kontext der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen analysiert werden.

In der ersten Verfahrensstufe ist dem PT VDI/VDE Innovation und Technik GmbH bis spätestens zum 18. Oktober 2019 eine Projektskizze vom Verbundkoordinator aus Gesamtvorhabensicht in elektronischer Form unter https://foerderportal.bund.de/easyonline/ in deutscher Sprache vorzulegen. Die Vorlagefrist gilt nicht als Ausschlussfrist. Anträge, die nach dem oben an­gegebenen Zeitpunkt eingehen, können möglicherweise nicht mehr berücksichtigt werden.