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12.03.2019

Nordrhein-Westfalen beim Deutschland-Index der Digitalisierung in der Spitzengruppe

Neueste Zahlen des Deutschland-Index der Digitalisierung 2019 veröffentlicht

Mit dem Deutschland-Index der Digitalisierung 2019 hat das Kompetenzzentrum Öffentliche IT (ÖFIT) am Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme FOKUS zum zweiten Mal ein Gesamtbild der Digitalisierung in Deutschland veröffentlicht. Der Index ist ein Versuch, der Digitalisierung in den 16 Bundesländern anhand von Zahlen, Daten und Karten Konturen zu verleihen und sie dadurch begreifbar zu machen. Dabei liegen erneut die Stadtstaaten – allen voran Berlin – sowie die großen Flächenländer vorn. Nordrhein-Westfalen erreicht insgesamt Platz 5 aller Länder.

Um die Digitalisierung der Bundesrepublik möglichst umfassend abzubilden, setzt sich der Gesamtindex aus fünf einzelnen Themenfeldern zusammen. NRW gelang dabei beinahe in jedem der Themenfelder eine Verbesserung gegenüber der letzten Werte aus dem ersten Bericht 2017.

Insbesondere im Bereich der digitalen Kommune erreicht Nordrhein-Westfalen Spitzenwerte und liegt insgesamt auf Rang 3. Gerade bei Onlineverwaltungsleistungen (beispielsweise digitalisierte Verfahren bei Gewerbeanmeldungen) und digitalem Anliegenmanagement sind die Kommunen im Land weit vorne dabei.

Auch im Themenfeld Infrastruktur schließt NRW in der oberen Hälfte ab (Platz 5). Die Breitbandversorgung ist gegenüber 2017 stark gestiegen. Bei der Vielfalt verfügbarer Zugangstechnologien sind nur die drei Stadtstaaten und Schleswig-Holstein noch besser abgedeckt.

Der Index Bürgerservices wird aus dem Anteil der elektronischen Übermittlung ausgefüllter Formulare an die öffentliche Verwaltung gemessen. Hier liegt NRW auf Platz 6. 55 Prozent der Befragten Nordrhein-Westfalen haben dabei angegeben, innerhalb der letzten 12 Monate das Internet genutzt zu haben, um mit Behörden zu interagieren. Außerdem hat das Land seit 2016 ein dediziertes E-Government-Gesetz.

Im Bereich Wirtschaft & Forschung hat sich NRW zwar gegenüber 2017 verbessert, liegt insgesamt aber nur im Mittelfeld (Platz 9). Der Durchschnittsverdienst im IT-Bereich ist beispielsweise in allen Bundesländern außer in Rheinland-Pfalz und in Nordrhein-Westfalen angestiegen und liegt in NRW nun unter dem Durchschnitt. Dafür ist die Zukunftsprognose für das Land vielversprechend. Laut dem Bericht sei in der Gesamtbetrachtung aus wirtschaftlicher Sicht (Betriebe, Beschäftigte, Auszubildende und Neugründungen) nur in Nordrhein-Westfalen und Hamburg eine einheitlich positive Tendenz zu beobachten.

Einzig beim digitalen Leben zeigt der Deutschland-Index für NRW schlechtere Werte als 2017. Während die mobile Internetnutzung weiter angestiegen ist, ist vor allem die Nutzung sozialer Medien zurückgegangen (von 58 Prozent auf 52 Prozent der Einwohner). Dies ist allerdings ein Trend, der sich in fast jedem Bundesland zeigt. In dieses Themenfeld werden außerdem Einkäufe über das Internet, das Erstellen von Wikipedia-Artikeln oder die Anzahl an aktiven FabLabs in den Ländern miteinbezogen.

Insgesamt lässt sich länderübergreifend eine besonders starke Zunahme bei der öffentlichen Forschungsförderung im Digitalisierungsbereich feststellen. Im Vergleich zu 2017 hat sich diese mehr als verdreifacht. Digitalen Innovationen als Wirtschafts- und Teilhabefaktor werden damit eine höhere politische Priorität eingeräumt als noch vor zwei Jahren.

Der gesamte Bericht sowie die interaktive Karte mit weiteren Daten und Zahlen können auf der Seite des Kompetenzzentrum Öffentliche IT eingesehen werden.

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