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07.08.2019

Projekt "Avikom": Vorausschauende Datenbrille für Montage und Logistik

Universität und Fachhochschule Bielefeld kooperieren mit acht regionalen Partnern

Das neue Forschungsprojekt „Avikom“ entwickelt ein intelligentes audiovisuelles Assistenzsystem für Beschäftigte in Montage und Logistik. Das System soll Beschäftigte künftig mit Handlungshinweisen über visuelle Einblendung und Sprache unterstützen und kann so auch bei Anlernprozessen assistieren. Die Datenbrille mit speziellem Headset liefert Informationen genau dann, wenn sie gebraucht werden.

Die Avikom-Brille arbeitet mit Augmented Reality (erweiterter Realität) und blendet im Sichtfeld Zusatzinformationen ein. Zudem kombinieren die Forschenden sie mit einem intelligenten Kopfhörer mit Mikrofon, entwickelt von einem Gründungsprojekt der Fachhochschule Bielefeld. Darüber kann das Avikom-System ähnlich wie ein Navigationssystem mit der Nutzerin oder dem Nutzer sprechen. Zudem können sich Beschäftigte in lauten Produktionszonen über das Gerät miteinander unterhalten, ohne dass sie der Umgebungslärm stört.

Professor Dr. Thomas Schack von der Universität Bilefeld sagte:

„Das Besondere an unserem Assistenzsystem ist, dass es nicht einfach Handlungsanweisungen vorgibt. Es kennt die nutzende Person, erfasst die aktuelle Situation, erkennt also eigenständig Objekte und Handlungsschritte und richtet seine Unterstützung danach aus.“

Die Software soll so vorausschauend diagnostizieren, welche Schwierigkeiten die Personen bei unterschiedlichen Arbeitsprozessen haben. Auf dieser Basis können über das System individualisierte Hinweise gegeben werden, um die Beschäftigten gezielt und motivierend zu unterstützen.

Die Universität Bielefeld und die Fachhochschule Bielefeld kooperieren für das Projekt mit vier regionalen Unternehmen, den v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel, der Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld und zwei Branchenvereinen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung und der Europäische Sozialfonds (ESF) fördern die neue Forschung bis April 2022. Insgesamt werden 2,4 Millionen Euro für das Projekt aufgewendet.

Anwendungsszenarien

In dem neuen Projekt erforschen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Anwendungsszenarien, die von den vier am Projekt beteiligten Unternehmen kommen. Die Tests des Systems laufen mit Beschäftigten in den Unternehmen:

  • Avikom kommt etwa in Frage, um Ausbilderinnen und Ausbilder zu entlasten. So könnten Auszubildende sich mit der Datenbrille als Assistenzsystem mit Abläufen in der Werkhalle vertraut machen.
  • Ein weiteres Anwendungsbeispiel ist die Fernunterstützung bei der Reparatur von Maschinen. So kann ein Mechaniker, dem Spezialwissen für eine Reparatur fehlt, sich über die Datenbrille unterstützen lassen.
  • In der Lagerlogistik kann die Brille zum Beispiel dafür sorgen, dass die Beschäftigten keine ausgedruckten Aufträge mehr benötigen, sondern eingeblendet oder angesagt bekommen, welche Waren zusammengestellt werden müssen.