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24.06.2019

Richtlinie zur Förderung von KI-Nachwuchswissenschaftlerinnen

Förderung für KI-Nachwuchsforschungsgruppen, die von Frauen geleitet werden

Stichtag:
 16.09.2019

Die Beteiligung von Frauen in der deutschen Forschung zur Künstlichen Intelligenz (KI) – in der Forschung ebenso wie in akademischen Führungspositionen – entspricht nicht dem Anteil herausragend qualifizierter Frauen. Mit der Richtlinie zur Förderung von KI-Nachwuchswissenschaftlerinnen wird das BMBF qualifizierte Frauen aus den Fachbereichen Informatik, Mathematik, Physik, Linguistik, Neuro- und Kognitionswissenschaften, Psychologie oder angrenzender Fachgebiete sowie aus KI-bezogenen Spezialisierungen in Anwendungsgebieten fördern, um die Forschung zum Thema KI in Deutschland weiter voranzubringen und um die verantwortungsvolle Beteiligung von herausragend qualifizierten Frauen im Wissenschaftssystem weiter zu erhöhen.

Im Rahmen der vorliegenden Bekanntmachung sollen durch Frauen geführte interdisziplinäre Nachwuchsgruppen gefördert werden. Die in den Vorhaben zu entwickelnden Lösungen müssen den Mehrwert der KI-Verfahren gegenüber etablierten Verfahren zeigen, hierbei aber die Selbstbestimmung, die soziale und kulturelle Teilhabe sowie den Schutz der Privatsphäre aller Bürgerinnen und Bürger berücksichtigen bzw. stärken. Die Nachwuchsgruppen müssen Arbeiten in einem oder mehreren der folgenden Themengebiete durchführen:

  • Grundlagen der KI (z. B. Explainable AI, Knowledge Representation, Autonomous agents bzw. Multi-Agenten-Systeme, Automated reasoning, Entscheidungen unter Unsicherheit, etc.)
  • Maschinelles Lernen (z. B. Kombinationen mit deduktiven Systemen, Trainingseffizienz, Performance, Robustheit, praktische Anwendbarkeit etc.)
  • Sprach-, Text- und Bildverarbeitung (z. B. Bildverstehen, Language Understanding, Knowledge Refinement, etc.)

Mit der Förderung von interdisziplinären Nachwuchsgruppen werden Einzel- oder Verbundprojekte gefördert, die durch entsprechend qualifizierte Frauen geleitet werden und die anwendungsorientiert zu aktuellen Fragestellungen der KI forschen. Für eine Nachwuchsgruppe können Personalmittel für maximal fünf Personenäquivalente über einen Zeitraum von längstens vier Jahren beantragt werden.

Antragsberechtigt sind Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen. Eine Beteiligung von Unternehmen, insbesondere von kleinen und mittleren Unternehmen, als assoziierte Partner ist für Praxisanwendungen möglich und erwünscht.

Die Zuwendungen werden im Wege der Projektförderung gewährt. Bemessungsgrundlage für Vorhaben von Forschungseinrichtungen, die in den Bereich der wirtschaftlichen Tätigkeiten fallen, sind die zuwendungsfähigen projektbezogenen Kosten. In der Regel können diese – je nach Anwendungsnähe des Vorhabens – unter Berücksichtigung der beihilferechtlichen Vorgaben (siehe Anlage) bis zu 50 % anteilfinanziert werden.

Das Antragsverfahren ist zweistufig angelegt. In der ersten Verfahrensstufe sind dem beauftragten Projektträger zunächst Projektskizzen in elektronischer und schriftlicher Form vorzulegen. Für die elektronische Einreichung läuft die Frist bis zum 16. September 2019. Die schriftlichen Einreichungen müssen bis zum 20. September 2019 beim Projektträger eingehen. In der zweiten Verfahrensstufe werden die Verfasserinnen der positiv bewerteten Projektskizzen aufgefordert, einen förmlichen Förderantrag vorzulegen.