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23.05.2019

Chancen durch Blockchain-Technologie langfristig enorm

Gutachten des Fraunhofer FIT zeigt Potenzial der Distributed-Ledger-Technologie

Die Bundesregierung hat im Koalitionsvertrag vereinbart, bis zum Sommer 2019 eine Blockchain-Strategie zu erarbeiten. Diese widmet sich der Distributed-Ledger-Technologie (DLT) und ihren Anwendungen. Die aktuell bedeutendste Variante ist die Blockchain. Dieser sehr jungen digitalen Technologie wird großes ökonomisches und gesellschaftliches Potenzial zugeschrieben. Im Rahmen des Blockchain-Forums des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) hat Bundesminister Andreas Scheuer am 15.05.2019 das Grundgutachten "Chancen und Herausforderungen der DLT (Blockchain) in Mobilität und Logistik" vorgestellt. Das Grundgutachten wurde durch das Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT erarbeitet.

Vereinfacht erklärt handelt es sich bei einer Blockchain um eine Kette von Daten, die Block um Block anwächst. In jedem Block sind Transaktionen wie zum Beispiel Geldtransfers zusammengefasst. Ein kryptografisches Verfahren verbindet die einzelnen Blöcke miteinander. Die jeweils neueste Kopie der Blockchain wird nicht zentral, sondern redundant auf den Computern der unmittelbar Beteiligten abgelegt (peer-to-peer).

Das Grundgutachten sucht Antworten auf zentrale Fragestellungen wie etwa des Datenschutzes, der ökonomischen Prinzipien, des Stromverbrauchs und vor allem der generischen Einsatzzwecke. Zudem zeigt das Grundgutachten anhand von Anwendungsbeispielen (Frachtpapiere, elektrisches Laden, Ridesharing und Platooning), wie sich DLT konkret anwenden lässt. Gerade im Anwendungsbeispiel der Frachtpapiere hat das Grundgutachten großes Potenzial aufgezeigt.

Das Beispiel Platooning – das Kolonnenfahren von Lastkraftwagen – stellt Verrechnungsmöglichkeiten von Kosteneinsparungen über Hersteller und Spediteure hinweg vor. Das Anwendungsbeispiel Ridesharing (spontane Mitfahrgelegenheiten) hingegen skizziert, an welchen Stellen aktuelle DL-Technologien an Grenzen kommen. Das Anwendungsbeispiel elektrisches Laden erklärt schließlich, welcher digitalen Prozessverbesserungen es bedarf, um das Elektroautoladeerlebnis zu verbessern und welche auch nichttechnischen Herausforderungen für die Verbreitung dieser Lösung existieren.