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25.03.2019

Digitalisierung soll Anlagenmanagement der Energieversorgungsnetze verbessern

RWTH Aachen und Fraunhofer FIT arbeiten an kostengünstigem Messsystem

Das Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT, die Maschinenfabrik Reinhausen GmbH, die Robert Bosch GmbH und die RWTH Aachen entwickeln im Rahmen des vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderten Projekts MAKSIM ein kostengünstiges Messsystem zur Optimierung des Asset Managements im Verteilungsnetz. Das Anlagenmanagement der Energieversorgungsnetze in den Bereichen Instandhaltung und Erneuerung soll damit zukünftig vorausschauender und effizienter erfolgen können. 

Das Asset Management von Stromnetzbetreibern bietet im Kontext einer Digitalisierung hohe Potenziale zur wirtschaftlichen und technischen Optimierung. Aktuelle Ansätze in der Instandhaltungs- und Erneuerungsplanung der Betriebsmittel basieren zumeist auf Erfahrungswerten, Expertenwissen oder Statistiken. Die dafür benötigte Datenbasis resultiert aus den Ergebnissen regelmäßiger Vor-Ort Inspektionen der Betriebsmittel durch das Instandhaltungspersonal der Netzbetreiber, die alle 3-6 Jahre durchgeführt werden. Diese Ansätze stoßen bereits heute auf Grund einer zumeist unzureichenden Datenbasis an ihre Grenzen.

Mess- und Diagnosesysteme zur Überwachung des Zustandes der Betriebsmittel könnten diese Lücke schließen. Ausgangsbasis für die Umsetzung solcher Ansätze sind jedoch auf die Anwendung der Verteilungsnetzebene zugeschnittene, technologische Lösungen aus vielen Teildisziplinen, etwa Mess- und Diagnosetechnik, Low-Cost-Sensorik und Datenverarbeitung, IKT, Algorithmen zur Zustandsbewertung oder Datenhaltung, welche geringe Kosten aufweisen müssen. Nur so können flächendeckende Systeme und daraus resultierende technische und ökonomische Mehrwerte für die vorausschauende Instandhaltung und Erneuerung von Energieversorgungsystemen realisiert werden.

Im MAKSIM-Projekt werden im Rahmen von Laborversuchen Messverfahren Bottom-Up neu entwickelt und anschließend in einem Messsystem umgesetzt. Dabei wird insbesondere untersucht, wie und ob kostengünstige Sensorik aus energietechnikfernen Bereichen eingesetzt werden kann. In diesem Zusammenhang wird eine kostengünstige IKT-Infrastruktur realisiert, die eine zukünftige Digitalisierung des Asset Managements ermöglichen soll. Neben Datenerfassung, -übertragung und -speicherung werden auch Algorithmen zur sensornahen und überlagerten Datenaufbereitung und -analyse sowie zur späteren Einbindung in Zustandsbewertungsverfahren entwickelt. Begleitend zur Entwicklung wird das entwickelte Gesamtsystem in einem Feldversuch beim Endanwender optimiert und einer technisch-wirtschaftlichen Bewertung unterzogen.