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03.07.2019

KI.NRW: Whitepaper zur KI-Zertifizierung vorgestellt

Vertrauen schaffen in Künstliche Intelligenz: Interdisziplinäres Team definiert Handlungsfelder zur Zertifizierung

Das Zeitalter der Digitalisierung durchdringt fast alle Lebensbereiche – von der Arbeitswelt über den Straßenverkehr und den Gesundheitssektor bis hin zur Kommunikation. Wie kann man sicherstellen, dass besonders Entwicklungen auf Basis von Künstlicher Intelligenz technisch, ethisch und rechtlich vertretbar sind? Die Universitäten Bonn und Köln erarbeiten dazu unter der Federführung des Fraunhofer-Instituts für Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS und unter Mitwirkung des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) einen Prüfkatalog zur Zertifizierung von KI-Anwendungen. Ein interdisziplinäres Team stellt die Handlungsfelder aus philosophischer, ethischer, rechtlicher und technologischer Sicht in einer Publikation vor.

Prof. Dr. Stefan Wrobel, Institutsleiter des Fraunhofer IAIS und Professor für Informatik an der Universität Bonn, erklärt:

»Mit der Zertifizierung wollen wir dazu beitragen, Qualitätsstandards für eine ‚KI Made in Europe‘ zu setzen, den verantwortungsvollen Umgang mit der Technologie zu sichern und einen fairen Wettbewerb verschiedener Anbieter zu befördern«.

Deshalb hat sich das interdisziplinäre Expertenteam im Kontext der Kompetenzplattform KI.NRW zusammengetan, um eine durch akkreditierte Prüfer durchzuführende Zertifizierung für KI-Anwendungen zu entwickeln. Das Zertifikat soll einen Qualitätsstandard bescheinigen, der es Technologieanbietern erlaubt, KI-Anwendungen überprüfbar technisch zuverlässig und ethisch akzeptabel zu gestalten.

Aus diesem interdisziplinären Ansatz gehen mehrere Handlungsfelder aus ethischer, rechtlicher und technologischer Sicht hervor, die im Whitepaper beleuchtet werden. Kriterien für die Zertifizierung sollen Fairness, Transparenz, Autonomie und Kontrolle, Datenschutz sowie Sicherheit und Verlässlichkeit sein. Damit orientiert sich das Zertifizierungsprojekt von KI.NRW auch an Empfehlungen der EU.

Es ist geplant, bis Anfang 2020 eine erste Version des Prüfkatalogs zu veröffentlichen und die ersten KI-Anwendungen zu zertifizieren. Dazu kooperieren die Projektverantwortlichen mit dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), dessen langjährige Erfahrung in der Entwicklung von sicheren IT-Standards in die Zertifizierung einfließt. Da sich die Künstliche Intelligenz ständig weiterentwickelt, wird auch der Prüfkatalog ein "lebendes Dokument" sein, das ständiger Aktualisierung bedarf.

Das Whitepaper steht als PDF beim Fraunhofer IAIS zum Download bereit.