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24.06.2019

NRW-Kongress Telemedizin: Sektorenübergreifende Kooperationen im Versorgungsalltag stärken

Fachtagung gibt wichtige Anhaltspunkte dazu, wie die ländliche Patientenversorgung in NRW gestaltet werden kann

Mit über 100 Besuchern ist der erste NRW-Kongress Telemedizin im Mercure Hotel Düsseldorf Süd gestartet. Er ist das Nachfolgeformat für die etablierte Frühjahrstagung Telemedizin und lud namhafte Akteurinnen und Akteure aus Politik, Medizin und Selbstverwaltung zur gemeinsamen Diskussion rund um die medizinische Versorgung im ländlichen Raum ein. Mit dem Motto „Versorgungsgerechtigkeit statt Wohnortzufall – Telemedizinische Netzwerke als Behandlungsweg der Zukunft“ fokussierten die Veranstalter, das ZTG Zentrum für Telematik und Telemedizin und die Deutsche Gesellschaft für Telemedizin e.V. (DGTelemed), auf die Frage, wie medizinische Versorgung flächendeckend und bedarfsgerecht eingesetzt werden kann. Dr. Edmund Heller, Staatssekretär im Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, betonte:

„Die Förderung der Telemedizin ist ein wesentlicher  Bestandteil unserer Strategie für das digitale Nordrhein-Westfalen. An die Stelle zahlreicher befristeter Einzelprojekte muss nun Stück für Stück eine flächendeckende, strukturierte telemedizinische Versorgungslandschaft treten.  Wir wollen unter anderem die Videosprechstunde, die elektronische Visite in Pflegeheimen, die telemedizinisch gestützte Delegation, Telekonsile und das Telemonitoring voranbringen.

Gerhard Nordmann, 1. Vorsitzender des Vorstands der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe und Mitglied im ZTG-Forum Telemedizin, ergänzte:

„Videoübertragung aus dem Pflegeheim, mobiles EKG für die Hausarztpraxis – das sind erste konkrete Einsatzoptionen für Telemedizin in der ambulanten Versorgung in Westfalen. Wir als KVWL fördern solche telemedizinischen Elemente in unseren Verträgen. Solche Unterstützungen erleichtern den Ärztinnen und Ärzten ihre Arbeit und helfen, die Ressource ärztliche Arbeitszeit effizienter einzusetzen.“

Im weiteren Verlauf der Fachtagung diskutierten Expertinnen und Experten aus Medizin und Verbänden die Frage, inwieweit Zentren eine relevante Organisationsstruktur für telemedizinische Netzwerke sein können. Dabei wurde beleuchtet, ob Krankenhäuser als Telemedizinzentren der Zukunft geeignet sind und ob telemedizinische Netzwerke auch in der ambulanten Versorgung etabliert werden können. Die daran anknüpfende zweite Diskussionsrunde griff diese Thesen vertiefend auf.