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10.05.2019

Rückblick eCommerce-Tag NRW 2019

Perspektiven für den Handel in Nordrhein-Westfalen: Studien vorgestellt und Förderaufruf gestartet

Angetrieben von der Digitalisierung durchläuft der Einzelhandel derzeit einen tiefgreifenden Strukturwandel: Der Onlinehandel wächst, die Urbanisierung nimmt zu. Welche Zukunftsszenarien ergeben sich für den Handel in Nordrhein-Westfalen? Wie lässt sich der digitale Wandel gestalten? Über diese Fragen tauschten sich 270 Vertreterinnen und Vertreter aus Handel, Politik, Wirtschaft und Verbänden mit Wirtschafts- und Digitalminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart beim eCommerce-Tag NRW 2019 in Köln aus.

Neue Studien vorgestellt

Vorgestellt wurden auch zwei Studien, die das Institut für Handelsforschung IFH Köln im Auftrag des Wirtschaftsministeriums erstellt hat. In der Studie Handelsszenarien NRW 2030 hat das IFH Köln Prognosen für vier mögliche Entwicklungen von Handel und Städten bis zum Jahr 2030 hergeleitet. Als wahrscheinlichere Entwicklungen stellen sich dabei die Szenarien „Der smarte Handel“ und „Der vernetzte Handel“ dar, die beide von einer weiter sinkenden Anzahl an Geschäften ausgehen. Wie können Handelsstandorte vor diesem Hintergrund ihre eigene Position stärken? Dazu zeigt die Studie wertvolle Handlungsempfehlungen für Händler, Innenstädte, Immobilienwirtschaft, Logistik, Politik und Verwaltung auf.

Minister Pinkwart sagte bei der Vorstellung der Studie:

„Nordrhein-Westfalen ist der Handelsstandort Nummer eins in Deutschland. Unser Ziel ist es, die Zukunftsfähigkeit des stationären Handels weiter zu stärken und die Unternehmen bei der digitalen Transformation unterstützen. Unsere Studie Handelsszenarien NRW 2030 soll zum Denken und Diskutieren anregen. Es gibt keinen Grund für Schwarzmalerei, aber viele Gründe zum Handeln: Städte und Geschäfte werden sich verändern. Aber ich bin mir sicher, dass ein lebendiger und attraktiver Einzelhandel auch im Jahr 2030 die Menschen in die Geschäfte ziehen wird.“

Vorgestellt wurde beim eCommerce-Tag auch der Digitalisierungsatlas Handel: Darin präsentiert das IFH Köln Best-Practice-Beispiele in unterschiedlichen Bereichen wie etwa Onlinemarktplätze oder Kundenbindungs-Lösungen aus Nordrhein-Westfalen und Deutschland. Diese sind als Steckbrief aufbereitet und enthalten Informationen unter anderem zum Kostenrahmen, Vorteilen, aber auch zu Stolpersteinen.

Neue Förderrunde gestartet

Um die Handelsbranche in Nordrhein-Westfalen zu stärken und den digitalen Wandel weiter voranzutreiben, startet die Landesregierung zudem den dritten Projektaufruf "Digitalen und stationären Einzelhandel zusammendenken". Davon profitieren gerade kleine und mittelständische Unternehmen. Die finanzielle Unterstützung erleichtert das Erschließen neuer Geschäftsfelder und den Aufbau von Multi-Channel-Angeboten in Kooperation mit Kommunen und lokalen Unternehmen.

Minister Pinkwart zum Start des Förderaufrufs:

„Die Digitalisierung im Handel ist nicht irgendwann vollzogen, sondern sie stellt uns alle permanent vor neue Herausforderungen. Für die Händler bedeutet das, auch mutig zu sein und in neue Konzepte zu investieren. Deshalb suchen und unterstützen wir innovative Ideen, mit denen digitale und stationäre Angebote verknüpft und neue Dienstleistungen und Produkte für den Präsenzhandel entwickelt werden.“

Gefördert werden können zum Beispiel digitale Programme zur Kundenbindung, Lösungen für die datenschutzrechtlich sichere Verwertung von Kundendaten oder der Einsatz der auch für den Handel hochinteressanten Künstlichen Intelligenz. Anders als bei den ersten beiden Förderrunden können nun neben Verbundprojekten auch Ideen für Einzelprojekte eingereicht werden. Die mögliche Förderung steigt von 50 Prozent des Projektvolumens auf bis zu 80 Prozent.