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11.06.2019

Zusammenarbeit zwischen Lehrkräften im Zeitalter der Digitalisierung

Neues Forschungsprojekt der Universität Paderborn

Was früher der Videowagen war, sind heute Tablet und Co.: Die Digitalisierung hat auch in den Klassenzimmern längst Einzug gehalten. Das bringt nicht nur Herausforderungen für die Schüler mit sich, sondern auch für die Lehrkräfte. Welche neuen Formen der Zusammenarbeit sich daraus ergeben und welchen Stellenwert die Kooperation bei Lehr- und Lernprozessen einnimmt, ist jetzt Gegenstand eines Forschungsprojekts an der Universität Paderborn. Zum Projekt gehört auch die Entwicklung eines Instruments, das mit der Digitalisierung verbundene Formen der Lehrerkooperation misst.

„Medienbezogene Lehrerkooperation als Schulqualitätsmerkmal in der digitalen Welt“, kurz MeLe, verfolgt langfristig das Ziel, wichtige Erkenntnisse zur Verbesserung der Schul- und Unterrichtsqualität zu gewinnen. Außerdem sollen Gelingensbedingungen für die Implementation digitaler Medien aufgezeigt werden. Projektleiterin Dr. Kerstin Drossel vom Paderborner Institut für Erziehungswissenschaft erklärt, dass Deutschland auf diesem Gebiet noch Aufholbedarf habe:

 „Im internationalen Vergleich fällt auf, dass Lehrkräfte in Deutschland seltener bei digitalisierungsbezogenen Themen zusammenarbeiten als in anderen Ländern. Das heißt, das Potenzial, das Kooperationen bieten, wird nicht vollständig ausgeschöpft“

Bislang sei aber unklar, welche Formen der Zusammenarbeit sich überhaupt aus der Digitalisierung ergeben. Um das zu ändern, entwickeln die Wissenschaftlerinnen ein an Kriterien orientiertes Instrument, das in einer repräsentativen Gruppe mit Lehrkräften der Sekundarstufe I eingesetzt und anschließend ausgewertet wird. Das Instrument wird anschließend in sechs Schulen getestet, bevor letztlich die bundesweite und repräsentative Befragung unter Lehrkräften der Sekundarstufe I stattfindet, um im Zuge dessen auch Potenziale und Herausforderungen der Kooperation zu identifizieren. Bis Ende 2021 sollen Ergebnisse und ein deutschlandweit einsetzbares Instrument vorliegen.

Die Studie wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmenprogramm „Empirische Bildungsforschung“ (Digitalisierung I) mit rund 424.000 Euro unterstützt.